Stillen in der Öffentlichkeit

Läuft´s jetzt nach dem Motto: “Brust raus”?

Ich stille. Den großen Sohn habe ich bis zu seinem ersten Lebensjahr gestillt und auch das Amselmädchen wird jetzt vollgestillt. Für mich käme nichts anderes in Frage, aber ich hatte auch Glück: Musste ich um das Stillen beim Sohn in den ersten Tagen hart kämpfen, ging das bei unserer Amsel ganz von selbst gleich in den ersten Minuten nach ihrer Geburt.

Das Stillen ist für mich das selbstverständlichste der Welt: Ich stille, während ich die Spülmaschine einräume, dem Sohn ein Brot schmiere, während ich lese oder auch, während ich durch die Wohnung laufe, weil – irgendwasistimmer.
Ich liebe die Einfachheit dabei: Brust raus, Kind angedockt, alle sind zufrieden. Die dabei produzierten Hormone tun ihr Übriges, um mich glücklich und zufrieden sein zu lassen.

Aber: Ich stille nie in der Öffentlichkeit. Nicht, weil ich so eine bin, die das verurteilt, ganz im Gegenteil. Ich find´s schön, wenn Mütter das so können. Aber für mich geht das nicht – für mich ist die Brust nach wie vor eine Brust, nicht nur lediglich Milchbar. Und die zeige ich fremden Menschen nicht gern, mache ich ja auch nicht, wenn ich gerade kein Stillkind habe.
Zudem ist das Stillen für mich eine außerordentlich intime Sache und ich fühle mich nackt und angreifbar, wenn ich derart intimes von mir preisgebe.

Anders sieht das bei engen Freunden und Familienangehörigen aus, da zeige ich weniger Hemmungen. Aber auch da achte ich darauf, dass meine Brust nicht nackich rumbommelt… ich stille immer bedeckt und dezent im Hintergrund, weil ich das nicht nur für andere, sondern auch für mich und mein Baby am passendsten finde. Denn auch mein Baby braucht Ruhe und ich esse ja auch nicht gern in hektischer, chaotischer Umgebung.

Das jedenfalls ist mein Weg, mit dem Diskurs über das Stillen in der Öffentlichkeit umzugehen. Ich finde es angebracht, wenn das in unserer Gesellschaft etabliert und nicht verurteilt wird, denn das Stillen ist nunmal etwas natürliches. Das abzulehnen zeigt eigentlich nur, wie weit weg wir Menschen von unserem eigentlichen, von der Natur so vorgesehenen, Menschsein sind.

 

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