Schlaf, Kindlein, schlaf ein….

Schlaf. Dieses Ding, wovon Kinder irgendwie nichts wissen wollen.

 

Mein großer Sohn hat als Baby jede Nacht auf meinem Bauch geschlafen. Seine Wiege stand direkt neben dem Bett, das war mir aber viel zu weit weg: Monster, böse Männer, Raubvögel, die Ungeheuer unter meinem Bett… sie alle hätten mein kleines Baby entführen können. Auf meinem Bauch liegend fühlte ich mich diesbezüglich sicher. Aber noch ein anderer Punkt war mir SEHR wichtig: es mir einfach zu machen. Ich hatte absolut keine Lust, nachts aus dem Bett wanken und das Baby aus seinem Bettchen klauben zu müssen, sondern wollte so wenig Arbeit wie möglich. Das hat auch gut geklappt: Oft wachte ich morgens erholt auf und konnte nicht sagen, ob oder wie oft ich in der Nacht gestillt hatte, so automatisiert war das nächtliche Stillen irgendwann.

Das Baby wurde größer und irgendwann lag dann Nachts ein Kleinkind auf mir. Man muss dazu wissen: Sohni hat einen großen Kopf. Einen stahlbetonharten Kopf. Ich wurde nachts des Öfteren davon wach, dass ein fußballgroßer Stein auf meine Nase knallte. Nicht selten blutete ich, ziemlich oft glaubte ich meine Nase gebrochen. Denn Sohni wollte (würde er mit seinen 3 Jahren am liebsten heute noch) Kopf auf Kopf schlafen. Wurde ich also nachts nicht von derartigem wach, dann davon, dass ich keine Luft bekam. 10kg auf der Lunge liegen zu haben sind eben auch kein Pappenstiel. Als er dazu noch anfing, immer seine Hand in meine T-Shirt-Öffnung, also direkt unter die Achselhöhle, stecken zu wollen – das hat so, SO SEHR, gekitzelt!!! – reichte es. Ich beschloss, dass mein kleiner Mann ab sofort in seinem Bettchen schlafen durfte. Es dauerte ein halbes Jahr, bis das auch wirklich so klappte, dass alle glücklich mit dieser Lösung waren.

Nun also das Amselbaby. Und ja, es schläft auf meinem Bauch. Eigentlich nur dort richtig – oder in der Manduca. Selbst im Kinderwagen schläft unser kleines Mädchen nicht, sie braucht dafür körperliche Nähe. Ich genieße das sehr. Ich glaube fest daran, dass das die Beziehung zu meinen Kindern stärkt und intensiviert.

Und dennoch: Ich bin kein Freund vom Familienbett. Schon das Wort stört mich. Es impliziert für mich, dass man als Paar wirklich alles mit seinen Kindern teilt und das käme für mich einfach nicht in Frage. Unser Amselmädchen wird im Kleinkindalter auch ausquartiert werden, denn so sehr ich die Nähe zu meinen Kindern genieße, genieße ich auch die Privatsphäre mit meinem Partner und finde die wichtig. Ich erkläre meinem Sohn gerne abends, wenn er sich darüber beschwert, nicht mit uns bis in die Puppen aufbleiben zu dürfen, dass große Menschen auch einmal Zeit für sich bräuchten, dass Eltern auch mal mit sich alleine sein müssten. Und dass Kinder eben zu anderen Zeiten schlafen gehen.

Der Sohn ist übrigens sehr, sehr verkuschelt und körperbetont. Er kuschelt mit kompletten Körpereinsatz und sehr ausgiebig. Er umarmt gerne andere Menschen und wenn wir in großer Runde mit vertrauten Menschen stehen, kann es schon mal vorkommen, dass er alle der Reihe nach fest in die Arme schließt. Ich denke, dass das in seinem Wesen begründet liegt, aber ich glaube, dass auch die viele körperliche Nähe als Baby ihr Übriges dazu getan hat. Sage ich mir jedenfalls gerne 😉

 

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